Das gemütliche Heim

Ein gemütliches Heim wird vermutlich für jeden eine vollkommen andere Bedeutung haben, denn “gemütlich” ist nicht nach bestimmten optischen Kriterien definiert worden.
Gemütlich ist was gefällt, wo man sich wohl fühlen kann – der Ort an dem die eigene Seele Urlab machen sollte, um sich vom Alltagsstress zu erholen. Gemütlich kann eine Altbauwohnung mit Dielenboden und abgenutzem Parkett sein, eine winzige Einzimmerwohnung oder ein großes, modernes Architektenhaus mit kühl wirkender Einrichtung. Ein gemütliches Badezimmer kann beispielsweise in warmen Farbtönen gehalten sein, flauschige Wannen- und WC-Vorleger haben und einen indirekt beleuchteten Spiegelschrank, der Harmonie ausstrahlt. Jemand Anderes empfindet vielleicht einen kühl bestrahlten Spiegelschrank im Halogenscheinwerferlicht gemütlich. Allerdings kann auch eine spartanische und sehr schlicht gehaltene Ausstattung auf jemand Anderen gemütlich wirken. Ähnlich verhält es sich mit der individuellen Küche. Ob Gasherd, Induktion oder Cerankochfeld – für jeden Anspruch, Geldbeutel und Geschmack ist etwas dabei. Ein Kochfeld mit Induktion beansprucht allerdings besondere Töpfe und Pfannen.

Ein Kaminofen kann sehr heimelig wirken und die Atmosphäre eines ganzen Raumes in besonderes Licht eintauchen. Kachelöfen haben eine nostalgische Wirkung. Auf einige alte Öfen kann man sich wie auf eine Bank setzen, aufwärmen und dabei ein gutes Buch lesen oder eine Tasse Tee genießen.
Heizstrahler auf der Terrasse können einen gemütlichen Abend im Aussenbereich sichern wenn die Temperaturen dies eigentlich schon nicht mehr erlauben. Im Inneren wirken Heizstrahler nicht gemütlich, es sei denn, diese stellen die einzige Heizmöglichkeit dar – dann wirken sicher sogar diese gemütlich.
Sofas lassen sich gemütlich gestalten, indem viele kuschelige Kissen darauf verteilt werden und ein oder zwei Kuscheldecken hinzu platziert werden. Für Sofas mit alten und ungemütlichen Bezügen gibt es mittlerweile Spannbezüge, ähnlich den Spannbettlaken für die Betten, die man in vielen Farben und Mustern erwerben kann. Dekoration an sich kann gemütlich und einladend wirken. Unterschätzt werden sollte nie die Wirkung von Bildern. Grünpflanzen oder Skulpturen können einem Raum eine auffrischende Note verleihen.
Bodenbeläge sind die Grundlage für einen gemütlichen Raum. Darf es ein flauschieger, tiefer Teppichflor sein oder lieber glattes und glänzendes Laminat?

Das gemütliche Heim bedeutet für jeden von uns etwas ganz Eigenes, Persönliches und Intimes. Manche von uns lassen gerade deshalb nur engste Freunde und Familienmitglieder in die eigenen vier Wände. Warum? Weil sich hier viel über uns selbst entdecken lässt, dass wir vielleicht nicht preisgeben wollen.
Gemütlichkeit bedeutet Enstpannung von Geist und Seele. Oder? Gemütlichkeit kann auch sein faul auf der Couch zu lümmeln und dem TV zu fröhnen. Gemütlichkeit ist ebenso denkbar als Candelightdinner. Gemütlichkeit hat viele Gesichter, genauso wie wir. Manchmal versteckt sich die Gemütlichkeit in kleinen Details… in den Räumen, in denen es steril wirkt steht vielleicht eine kleine Figur, ein Erinnerungsstück oder ein einziges Bild, das tief im Inneren ein Gefühl von Heimeligkeit auslösen kann. Ein Gefühl wie Gemütlichkeit lässt sich schwer festlegen, in eine Schublade sperren oder deklinieren – entweder wird es empfunden, oder eben nicht. Gefühle sind frei und lassen sich nicht einsperren oder Zwängen unterlegen und genau dies sollten wir nutzen, um uns daheim vom Alltag ausgiebig zu erholen und Energie zu tanken. Gemütlichkeit entsteht immer da, wo und wie wir es wollen. Wie wir uns diese ureigene Atmosphäre schaffen, bleibt das Geheimnis eines jeden selbst. Wer einen Innenarchitekten beauftragt, dass eigene Heim gemütlich zu gestalten, wird oft enttäuscht werden weil der persönliche Anspruch meistens ein ganz anderer sein wird.